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Sicheres Löschen von Festplatten

Festplatten

16. Januar 2009

Sind Ihre Daten auch wirklich weg?

Vorgeschichte

Für eine Studie zum Datenschutz bei gebrauchten Festplatten ersteigerte eine Firma im Internet 200 Festplatten.
Die Untersuchung dieser Festplatten ergab, dass ca. 72% der noch intakten Festplatten persönliche und geschäftliche Daten ihrer Vorbesitzer enthielten. Unter anderem wurden Berichte und Protokolle einer Behörde, sowie der Schriftverkehr einer Großbank gefunden.
Dieses Beispiel ist nur ein Auszug aus einer Reihe von derartigen Vorfällen. Viel  zu oft ist der Umgang mit Festplatten auf denen sich vertrauliche Daten befinden, zu leichtfertig. Oft wird aber auch die Brisanz dieses Themas selbst bei großen Firmen nicht erkannt. Viele Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern ausgediente Firmen-PCs zu Sonderkonditionen an. Dabei werden oftmals nur unzureichende Löschprogramme verwendet, die eine zuverlässige Datenvernichtung nicht garantieren können. Denn für jedes Löschprogramm das entwickelt wird, entwickelt irgendjemand ein Programm, das die Daten trotzdem wieder herstellen kann.

Definition Löschen von Daten
Löschen ist das Unkenntlich machen gespeicherter Daten!

Selbst das in Fachkreisen für ausreichend befundene Löschverfahren nach der „Peter Gutmann Methode“, wonach die Festplatte 35 x überschrieben wird, bietet keine vollständige Sicherheit. VW hat reagiert. Bisher wurden auch dort die Festplatten mit einer Spezialsoftware mehrmals überschrieben.
Eine 100%ige Sicherheit gab es jedoch auch nicht. Seitdem werden Festplatten von Firmen-PCs nicht mehr weiter verkauft, sondern durch Shreddern vernichtet.

Definition „Unkenntlich machen“

… ist eine Handlung, die irreversibel bewirkt, dass eine Information nicht länger aus gespeicherten Daten gewonnen werden kann! (BDSG, 6.Auflage 2006, § 3 Rn. 174)

Bohren oder Durchsägen reicht nicht aus!

Selbst beim Zerkleinern von Festplatten  ist einiges zu beachten. So darf z.B. eine bestimmte Partikelgröße nicht überschritten werden. Außerdem müssen mehrere Festplatten nacheinander in ein Sammelbehältnis hinein geshreddert werden um durch die Vermischung der Teile eine Wiederherstellung unmöglich zu machen.
Das Thema Datenschutz ist sowohl bei Firmen  als auch in Privathaushalten noch nicht ausreichend in den Focus gerückt. Dabei können einzelne Adressen für Unbefugte bereits interessant sein.

Sicher, man sollte doch die Kirche im Dorf lassen!

Nicht alle Festplatten sind für Interpol oder für irgendwelche Datendiebe interessant.

Nachfolgend einige Tipps zum sicheren Umgang mit Festplatten:


1.   Prüfen Sie genau, ob Sie wichtige, vertrauliche Daten auf Ihrer
      Festplatte gespeichert haben. Dabei genügt, wenn Sie bereits
      persönlich Daten von Kunden (wie z.B. Anschrift, Geb-Datum,
      Kto-Verbindung, etc.) gespeichert haben. Diese Menschen haben
      einen Rechtsanspruch darauf, dass ihre Daten nicht an Dritte
      weitergegeben werden können, bzw. diese Daten auch
      unwiederbringlich vernichtet werden.

2.   Wenn Sie glauben, dass vertrauliche  Daten oder Verschluss-
      Sachen auf Ihrer Festplatte gespeichert sind, sollten Sie kein
      Risiko eingehen.

3.   Verzichten Sie lieber zugunsten Ihrer eigenen Sicherheit auf den
      Erlös, den eine gebrauchte Festplatte evtl. bringt.

4.   Suchen Sie sich für die Vernichtung Ihrer Festplatten einen
      „zuverlässigen“ Partner, der Ihre Festplatten auch tatsächlich
      vernichtet. Zuverlässige Partner erstellen Ihnen eine
      Vernichtungserklärung, welche sogar die Festplatten-Seriennummer
      beinhalten kann.

5.   Haben Sie nur eine oder zwei Festplatten, die endgültig zerstört
      werden sollen, so genügt es, wenn Sie die Scheiben ausbauen und
      die Oberfläche mit einem Schwingschleifer oder einer Flex
      zerstören.

6.   Haben Sie keine persönlichen Daten von anderen Kunden
      gespeichert, so genügen oftmals sog. Löschprogramme.

Sie sollten sich nur im Klaren darüber sein, dass es für das Löschprogramm, welches Sie gerade anwenden, auch ein Programm gibt um die Daten wieder herstellen zu können.

Bewährt haben sich Löschprogramme, welche die Festplatten durch mehrmaliges Überschreiben mit Zufallszahlen bzw. mit verschiedenen Bitmustern, löschen.

Dabei sind 3 bis 7 Überschreibzyklen durchaus als Mindestaufwand zu sehen. Ist man sich seiner Sache nicht ganz sicher, so kann noch häufigeres Überschreiben sinnvoll sein.

Ob und wie wichtig Ihre Festplatten für andere sein können, müssen Sie entscheiden!